Ende Juni ist es wieder so weit: Das Festival am Kulturkiosk bringt Musik und Stimmung in die Bayreuther Wilhelminenaue. Am 21. Juni steht mit Jamaram eine Band auf der Bühne, die seit jeher einen besonderen Draht zur Wagnerstadt hat – und sich zum 25-jährigen Bandjubiläum einen Besuch nicht entgehen lässt. Im Vorfeld ihres Open-Air-Gigs haben wir mit Schlagzeuger Max „Murxen“ Alberti (2.v.l.) gesprochen.
bayreuth4U: Servus Murxen! Ihr feiert das 25-jährige Bandjubiläum von Jamaram – definitiv ein Grund zum Feiern! Könnt ihr euch alle noch riechen oder kommt hin und wieder der Lagerkoller durch?
Murxen: Das sind immer so Wellentäler (lacht), es kommt immer so in Bögen. Im Grunde sind wir noch gut beieinander. Es gab schon schlimmere Zeiten. Mittlerweile sind wir altersmilde – es ist echt so. Wir wertschätzen so sehr, was wir haben, dass wir es jetzt eigentlich nur noch abfeiern. Die harten Kämpfe sind ausgefochten und wir freuen uns darauf, nach all den Jahren immer noch Musik machen zu können. Wir wissen um den Schatz, den wir haben – und das hält uns auch am Leben.
bayreuth4U: Nochmal zurück auf die 25 Jahre: Nach Corona hatten viele neue Alben am Start, weil sie endlich Zeit für Studioarbeit hatten. Ihr habt euch Zeit gelassen – vier Jahre lagen zwischen euren Alben.
Murxen: Während Corona haben wir fleißig Songs geschrieben – aber uns eben Zeit gelassen. 20 Jahre lang haben wir alle zwei Jahre ein Album veröffentlicht. Das war jetzt für unsere Verhältnisse echt lang, aber immer noch überschaubar. Andere brauchen da acht, neun Jahre.
bayreuth4U: Wer ist bei euch der Songschreiber? Oder hat da einer die Idee und ein anderer feilt die Idee dann aus?
Murxen: Die Texte kommen meist von Tom, Sam oder Jahcoustix. Die Musik machen wir dann zusammen. Es gibt eine Grundidee, dann setzen wir uns in den Proberaum, und es wird gemeinsam ausgearbeitet. Deswegen ist es auch so vielseitig: Du hörst bei uns Singer-Songwriter-Nummern, Roots Reggae und auch Dub. Du hörst Latin, Rock und auch poppige Songs – da ist alles am Start. Daher kommt diese Vielseitigkeit, die uns so schubladenfrei werden lässt. Das ist eigentlich Fluch und Segen zugleich.
bayreuth4U: Weißt du, dass ihr dieses Jahr noch ein kurioses Jubiläum habt? Ein zehnjähriges. Es hängt mit Bayreuth zusammen.
Murxen: Damals, als es geregnet hat? (lacht)
bayreuth4U: In der Tat. Als das ZENTRUM in Bayreuth einen Wasserschaden hatte und ihr spontan im Foyer gespielt habt …
Murxen: Da erinnere ich mich dran. Das meinte ich mit dem Regen. Das war aber auch krass!
bayreuth4U: Was ist das Erste, dass du mit Bayreuth in Verbindung bringst?
Murxen: Immer wenn wir da waren, war gerade Kirmes. Es gibt sogar ein Video auf YouTube – ein Tourtagebuch. Wir sind nach dem Soundcheck im ZENTRUM rüber und Kettenkarussell gefahren.
bayreuth4U: Ich dachte tatsächlich, dass du spontan Waste erwähnst …
Murxen: Das muss man auf jeden Fall erwähnen! Die Jungs sind ja unsere Brüder im Geiste! Mit denen haben wir so viele Exzesse durch (lacht). Sie waren auf unserer Weihnachstour mit dabei. Sie haben ja auch gerade Jubiläum.
bayreuth4U: Und Mellow Mark wollen wir auch nicht vergessen.
Murxen: Stimmt. Er ist auch nicht totzukriegen. Aber er ist ja inzwischen in Berlin, oder?
bayreuth4U: Als Musiker in Bayreuth hast du schon nicht das einfachste Leben und musst anpassungsfähig sein.
Murxen: Wir hatten ja das Glück. Kleine Städte sind da schon nicht verkehrt. Gründest du in Berlin eine Band, brauchst du erstmal zehn Jahre, bis du dort bekannt bist. Wir haben es in München damals schnell geschafft. Wenn du in München einen Namen hast, dann kannst du auch deutschlandweit spielen. Ich habe das damals immer als Vorteil gesehen.
bayreuth4U: Apropos Festival. Ihr seid ja so die Grenzgänger. Ihr spielt die ganz großen Festivals aber auch kleine, wie das am Kulturkiosk. Was ist dir denn da lieber?
Murxen: Ich mag die kleinen Festivals. Die sind oftmals charmanter. Du hast eine ordentliche Crowd, das Ambiente ist meist sehr schön. Bei einem großen Festival gehst du von der Bühne runter und bist weg. Da hast du diese Clubatmosphäre und kannst noch ein bisschen mit dem Publikum feiern. Das mag ich schon sehr gerne. Deswegen machen wir das auch. Die großen Festivals sind schon auch geil. Aber es hat seine Gründe, weshalb wir in Bayreuth spielen. Ich glaube, das ist das erste Mal in Bayreuth bei einem Open Air. Das wird eine gute Show werden!
bayreuth4U: Lass mich meinen liebsten Satz aus eurem neuen Song zitieren: „It‘s all good in the hood, when Jamaram is in town“. Worauf dürfen sich die Fans in Bayreuth freuen?
Murxen: Wir sind 25 Jahre unterwegs, haben uns zehn Tage im Studio eingesperrt, um die Essenz aus 25 Jahren zusammenzuschustern. Das ist gar nicht so einfach, weil es zwölf Alben gibt und man nur eine gewisse Anzahl der Songs spielen kann. Daher haben wir uns Mühe gegeben, alle Seiten, die uns ausmachen, zur Geltung zu bringen. Es wird ein sehr schönes und vielseitiges Set. Und es wird auf jeden Fall hart gefeiert. Das wollen wir uns nicht nehmen lassen. Das gibt schön auf die Mütze!
bayreuth4U: Wir freuen uns auf euch!
Murxen: Es wird ein echt spaßiger, geiler Abend werden! Versprochen!
Das Interview führte Andi Bär.
Jamaram sind am 21. Juni am Kulturkios Bayreuth zu Gast. Tickets und Infos unter www.kulturkiosk-festival.de.